Difference between revisions of "Individuelle Förderung"

From
Jump to: navigation, search
m (Protected "Individuelle Förderung" ([Edit=Allow only administrators] (indefinite) [Move=Allow only administrators] (indefinite)))
 
Line 1: Line 1:
Verantwortlich: RUD
+
Ein wesentlicher Aspekt sonderpädagogischen Handelns ist eine auf Beobachtungen und Diagnostik aufbauende, passgenaue individuelle Förderung der Kinder und Jugendlichen. Im Rahmen des ETEP-Konzepts stehen dazu der „Entwicklungspädagogische Lernziel Diagnose Bogen“ (ELDiB) als Einschätzungsinstrument und der daraus abgeleitete „Individuelle Entwicklungsplan“ (IEP) für jede Schülerin und jeden Schüler zur Verfügung.
 +
 
 +
==Der ELDiB==
 +
An der Roseggerschule werden alle Schülerinnen und Schüler mindestens zweimal pro Schuljahr mit dem ELDiB für pädagogische Fachkräfte (Standard-ELDiB) eingeschätzt. Er umfasst 171 Items zu den vier grundlegenden Kompetenzbereichen der Entwicklung: Verhalten, Kommunikation, Sozialisation und Kognition. Dem ETEP-Konzept entsprechend sind diese Items den fünf Entwicklungsstufen zugeordnet. Sie beziehen sich dabei jeweils auf prägnante, aufeinander aufbauende Schritte in der altersentsprechenden Entwicklung eines Kindes.
 +
Eingeschätzt wird, ob ein Kind diesen Entwicklungsschritt bereits vollzogen hat (weiß), ob diese Fähigkeit in Ansätzen oder  noch gar nicht vorhanden ist (dunkelgrau). Treten die ersten Items auf, bei denen die beschriebenen Fähigkeiten nur in Ansätzen vorhanden sind, werden diese entsprechend hellgrau auf dem ELDiB markiert und als Grundlage der Förderziele behandelt. Das sind zu jedem Bereich zwei bis drei Items. Weitere Fähigkeiten, auch wenn sie bereits vorhanden sind, werden dunkelgrau markiert und erst zu einem späteren Zeitpunkt zum Ziel. 
 +
 
 +
==Diagnostikwoche==
 +
Die Einschätzung mit dem ELDiB ist zeitaufwendig und sollte von mindestens zwei pädagogischen Fachkräften gemeinsam durchgeführt werden, um eine möglichst objektive Einschätzung gewährleisten zu können.
 +
Daher hat sich das Kollegium entschieden  , zweimal jährlich die Einschätzung und die daraus folgende Entwicklung der Förderziele im Rahmen einer Diagnostikwoche durchzuführen. Sie findet im ersten Schulhalbjahr vor den Herbstferien und im zweiten Schulhalbjahr vor den Osterferien statt. Dabei werden die ELDiBs in Zweierteams gekreuzt und Zielformulierungen entwickelt, die dann, soweit möglich, gemeinsam mit den Schülerinnen und Schülern festgelegt und  in den IEPs festgehalten werden.
 +
Weiterhin können und sollen einzelne ELDiBs und IEPs bei aktuellen Anlässen (neu auftretende Problematik, Klassenkonferenz, Umschulung…) geändert werden.
 +
Durch die regelmäßigen Einschätzungen und die entsprechende Weiterentwicklung der Förderpläne ist die Evaluation der Förderplanarbeit in Hinsicht auf die Wirksamkeit der gewählten individuellen Ziele automatisch gesichert.
 +
 
 +
==Die IEPs==
 +
Im Individuellen Entwicklungsplan werden die Förderziele der Schülerinnen und Schüler festgehalten. Diese werden, wie beschrieben, aus dem ELDiB abgeleitet  . 
 +
Die aktuellen IEPs sind, wie der ELDiB, in den Schülerakten einzusehen.
 +
Es enthält einen ausführlicheren und fortzuschreibenden Berichtsteil, „Förderplanbezogene Hintergrundinformationen“ sowie, zusätzlich zu den im ELDiB verankerten Zielen, die Möglichkeit, gesonderte Zielvereinbarungen mit den Schülerinnen und Schülern zu treffen.
 +
Im Bereich der Unterstufe geschieht die Einschätzung des Bereichs Kognition bei einigen Schülerinnen und Schülern alternativ mit dem „Schulleistungsraster“, einem aus den Kompetenzrastern der Unterrichtsfächer erarbeiteten Katalog.
 +
 
 +
==Förderplanarbeit==
 +
Die Förderplanarbeit ist Teil des sonderpädagogischen Handelns und findet sich an den Bedürfnissen der jeweiligen Schülerinnen und Schüler orientiert im unterrichtlichen Handeln wieder. Dabei steht auch die Förderung der Fremd- und Selbstwahrnehmung, sowie der Reflexionsfähigkeit im Mittelpunkt.
 +
Eine wichtige Rolle nehmen die Ziele in Unterrichtsstunden ein, die sich am Entwicklungspädagogischen Unterricht (EPU) orientieren. Im Stundenplan eingeplant ist mindestens eine Doppelstunde EPU.  In der Regel sind diese Stunden doppelt mit Lehrkräften besetzt. Unterricht ist jedoch grundsätzlich so gestaltet, dass die Lernprozesse auch sozial-emotionale Fähigkeiten fördern und die Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit haben, ihre Ziele zu trainieren. 
 +
Die Förderziele und die Förderplanarbeit werden an Eltern- und Schülersprechtagen thematisiert und, wenn nötig, angepasst. Eine Unterstützung durch die Eltern ist hilfreich. Notwendig ist, die Schülerinnen und Schüler so weit wie möglich in den Prozess einzubinden. Nur wenn sie mitarbeiten, sich die Ziele zu eigen machen, können nachhaltige Verhaltensänderungen bewirkt werden. 
 +
Auf den Zeugnissen orientiert sich die Beurteilung des Arbeits- und Sozialverhaltens ebenfalls an den Förderzielen.

Latest revision as of 18:19, 25 May 2020

Ein wesentlicher Aspekt sonderpädagogischen Handelns ist eine auf Beobachtungen und Diagnostik aufbauende, passgenaue individuelle Förderung der Kinder und Jugendlichen. Im Rahmen des ETEP-Konzepts stehen dazu der „Entwicklungspädagogische Lernziel Diagnose Bogen“ (ELDiB) als Einschätzungsinstrument und der daraus abgeleitete „Individuelle Entwicklungsplan“ (IEP) für jede Schülerin und jeden Schüler zur Verfügung.

Der ELDiB

An der Roseggerschule werden alle Schülerinnen und Schüler mindestens zweimal pro Schuljahr mit dem ELDiB für pädagogische Fachkräfte (Standard-ELDiB) eingeschätzt. Er umfasst 171 Items zu den vier grundlegenden Kompetenzbereichen der Entwicklung: Verhalten, Kommunikation, Sozialisation und Kognition. Dem ETEP-Konzept entsprechend sind diese Items den fünf Entwicklungsstufen zugeordnet. Sie beziehen sich dabei jeweils auf prägnante, aufeinander aufbauende Schritte in der altersentsprechenden Entwicklung eines Kindes. Eingeschätzt wird, ob ein Kind diesen Entwicklungsschritt bereits vollzogen hat (weiß), ob diese Fähigkeit in Ansätzen oder noch gar nicht vorhanden ist (dunkelgrau). Treten die ersten Items auf, bei denen die beschriebenen Fähigkeiten nur in Ansätzen vorhanden sind, werden diese entsprechend hellgrau auf dem ELDiB markiert und als Grundlage der Förderziele behandelt. Das sind zu jedem Bereich zwei bis drei Items. Weitere Fähigkeiten, auch wenn sie bereits vorhanden sind, werden dunkelgrau markiert und erst zu einem späteren Zeitpunkt zum Ziel.

Diagnostikwoche

Die Einschätzung mit dem ELDiB ist zeitaufwendig und sollte von mindestens zwei pädagogischen Fachkräften gemeinsam durchgeführt werden, um eine möglichst objektive Einschätzung gewährleisten zu können. Daher hat sich das Kollegium entschieden , zweimal jährlich die Einschätzung und die daraus folgende Entwicklung der Förderziele im Rahmen einer Diagnostikwoche durchzuführen. Sie findet im ersten Schulhalbjahr vor den Herbstferien und im zweiten Schulhalbjahr vor den Osterferien statt. Dabei werden die ELDiBs in Zweierteams gekreuzt und Zielformulierungen entwickelt, die dann, soweit möglich, gemeinsam mit den Schülerinnen und Schülern festgelegt und in den IEPs festgehalten werden. Weiterhin können und sollen einzelne ELDiBs und IEPs bei aktuellen Anlässen (neu auftretende Problematik, Klassenkonferenz, Umschulung…) geändert werden. Durch die regelmäßigen Einschätzungen und die entsprechende Weiterentwicklung der Förderpläne ist die Evaluation der Förderplanarbeit in Hinsicht auf die Wirksamkeit der gewählten individuellen Ziele automatisch gesichert.

Die IEPs

Im Individuellen Entwicklungsplan werden die Förderziele der Schülerinnen und Schüler festgehalten. Diese werden, wie beschrieben, aus dem ELDiB abgeleitet . Die aktuellen IEPs sind, wie der ELDiB, in den Schülerakten einzusehen. Es enthält einen ausführlicheren und fortzuschreibenden Berichtsteil, „Förderplanbezogene Hintergrundinformationen“ sowie, zusätzlich zu den im ELDiB verankerten Zielen, die Möglichkeit, gesonderte Zielvereinbarungen mit den Schülerinnen und Schülern zu treffen. Im Bereich der Unterstufe geschieht die Einschätzung des Bereichs Kognition bei einigen Schülerinnen und Schülern alternativ mit dem „Schulleistungsraster“, einem aus den Kompetenzrastern der Unterrichtsfächer erarbeiteten Katalog.

Förderplanarbeit

Die Förderplanarbeit ist Teil des sonderpädagogischen Handelns und findet sich an den Bedürfnissen der jeweiligen Schülerinnen und Schüler orientiert im unterrichtlichen Handeln wieder. Dabei steht auch die Förderung der Fremd- und Selbstwahrnehmung, sowie der Reflexionsfähigkeit im Mittelpunkt. Eine wichtige Rolle nehmen die Ziele in Unterrichtsstunden ein, die sich am Entwicklungspädagogischen Unterricht (EPU) orientieren. Im Stundenplan eingeplant ist mindestens eine Doppelstunde EPU. In der Regel sind diese Stunden doppelt mit Lehrkräften besetzt. Unterricht ist jedoch grundsätzlich so gestaltet, dass die Lernprozesse auch sozial-emotionale Fähigkeiten fördern und die Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit haben, ihre Ziele zu trainieren. Die Förderziele und die Förderplanarbeit werden an Eltern- und Schülersprechtagen thematisiert und, wenn nötig, angepasst. Eine Unterstützung durch die Eltern ist hilfreich. Notwendig ist, die Schülerinnen und Schüler so weit wie möglich in den Prozess einzubinden. Nur wenn sie mitarbeiten, sich die Ziele zu eigen machen, können nachhaltige Verhaltensänderungen bewirkt werden. Auf den Zeugnissen orientiert sich die Beurteilung des Arbeits- und Sozialverhaltens ebenfalls an den Förderzielen.