Sport und Bewegung

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Sport und Bewegung finden an der Roseggerschule auf unterschiedlichen Ebenen und in verschiedenen Kontexten statt und haben damit einen festen Platz im schulischen Alltag. Damit sollen die besonderen Potenziale, die diese Bausteine schulischer Arbeit bieten, bestmöglich genutzt werden. Es wird angestrebt, dass alle Akteure des Schullebens gemeinsam an der Umsetzung dieses Konzepts arbeiten. Die folgende Tabelle stellt eine Übersicht der Angebote in diesem Bereich dar.

schulübergreifend
  • Landessportfeste Fußball und Schwimmen
  • Freundschaftsturniere gegen andere Schulen
außerschulisch
  • Unterstützung bei der Vereinssuche
  • Voltigieren
  • punktuelle Kooperationen (Tanzlehrer, Schwimmtrainerin)
gesamtschulisch
  • Bundesjugendspiele
  • Projekttage (Wandertag, Waldolympiade etc.)
  • Spielecontainer "Spielkiste" (Ausleihe für Pause, Unterricht etc.)
OGS-bezogen
  • Offene Bewegungsangebote (Pausenhof mit Spiel- und Kletter- geräten, Ausleihmöglichkeiten der Spielkiste)
  • Sportgruppen in der Sporthalle
stufenbezogen
  • Stufenturniere (z. B. Völkerball)
  • Kletter-AG, sozialpädagogisches Kletterangebot
  • Pausenangebot "Sportpause"
klassenbezogen
  • Sportunterricht
  • Bewegung im Unterricht (u. a. als fester ETEP-Bestandteil)
  • Förderung motorischer Fertigkeiten im Förderunterricht

(Sport-)Pädagogische Grundlegungen

Aus entwicklungs- und lerntheoretischer Sicht stellt Bewegung ein Grundbedürfnis des Menschen dar. Sie kann damit auch eine explorative Funktion erfüllen. Kinder lernen besser, wenn der Lernprozess ganzheitlich gestaltet wird und mehr als die visuelle und auditive Wahrnehmung anspricht. Gerade das Einbeziehen der kinästhetischen Wahrnehmung, deren Rezeptoren in den Muskeln, Bändern, Sehnen und Gelenken liegen, kann das Lernen verbessern. Jedes Kind lernt auf seine individuelle Art am besten, daher ist es sinnvoll, mehrere Sinne anzusprechen. Zudem verbessert Bewegung die Durchblutung und mithin die Versorgung des Gehirns mit Sauerstoff, was zu einer verbesserten geistigen Leistungsfähigkeit führen kann. Aus medizinisch-gesundheitswissenschaftlicher Perspektive dient die Implementierung von vielfältigen Bewegungsangeboten im schulischen Alltag der Verbesserung der motorischen Fertigkeiten der Schülerinnen und Schüler und kann damit einen Beitrag zur Unfallprävention leisten. Zudem wird Bewegung gemeinhin als gesundheitsförderlich angesehen. Auf Grund der veränderten Lebensbedingungen von Kindern und Jugendlichen infolge von Technisierung, Mediatisierung und Konsumorientierung werden ihnen oftmals für die Entwicklung notwendige Bewegungserfahrungen vorenthalten oder stark eingeschränkt. Daher kann vor allem solchen Krankheiten und Beschwerden wie Adipositas, Rückenschmerzen, Haltungsschwächen, Diabetes, aber auch ADHS, die mit Bewegungsmangel in Verbindung gebracht werden, durch entsprechende Bewegungsangebote teilweise präventiv entgegengewirkt werden.

Ferner soll Schule nicht nur Lern-, sondern auch Lebens- und Erfahrungsraum sein. Daher muss die Schule so gestaltet werden, dass Kinder und Jugendliche sich darin wohlfühlen und ihnen auf einer ganzheitlichen Ebene Erfahrungsmöglichkeiten angeboten werden. Bewegung wird als Element des Schulprogramms etabliert und dadurch ein pädagogischer Rahmen geschaffen, der alle Bereiche des Schullebens berührt. Ziel ist die Etablierung einer bewegten Schulkultur. Dies wird durch den Doppelauftrag (Entwicklungsförderung durch Bewegung, Spiel und Sport und Erschließung der Bewegungs-, Spiel- und Sportkultur), der in den Rahmenvorgaben für den Schulsport formuliert ist, unterstrichen.

Umsetzung

An der Roseggerschule wird Bewegung, Spiel und Sport auf den verschiedenen Ebenen (vgl. Tabelle oben) berücksichtigt, um die beschriebenen Chancen bestmöglich nutzen zu können. Insbesondere sind das folgende Maßnahmen:

Bewegung im Unterricht

Besonders im Primarstufenbereich sind unsere Klassenräume gleichzeitig auch Bewegungsräume für die Kinder. Wir achten darauf, dass die Kinder nicht entgegen ihres entwicklungsbedingt notwendigen Bewegungsbedürfnisses den ganzen Vormittag still auf ihren Plätzen sitzen. Durch angemessene Rhythmisierung des Schulalltages und vielfältige Methodenwechsel innerhalb des Unterrichts, können sich die Kinder immer wieder im Klassenraum bewegen. Auch finden kurze Bewegungspausen bspw. in Form von Bewegungsspielen oder Bewegungsliedern regelmäßig Berücksichtigung.

In den Klassen aller Stufen wird zudem im Rahmen des ETEP-Konzepts mindestens einmal pro Woche eine Unterrichts-Doppelstunde an entwicklungspädagogischen Prinzipien ausgerichtet. Dabei ist ein Bewegungsspiel ebenfalls fester Bestandteil.

Außerdem führen wir in unregelmäßigen Abständen stufenbezogene Turniere durch, z.B. im Völkerball.

Bewegung im Sportunterricht

Im Rahmen unseres Sportfachunterrichts legen wir großen Wert darauf, dass die Schüler*innen Freude an der Bewegung entwickeln und behalten und die verschiedenen, im Lehrplan verankerten pädagogischen Perspektiven auf den Sport erfahren und nachvollziehen können. Damit bieten wir den Schüler*innen verschiedene Motivations-grundlagen und Orientierungshilfen für die Entscheidung, auch außerhalb der Schule Sport zu treiben. Fester Bestandteil ist daher auch die Förderung sportartübergreifender und sportartspezifischer Bewegungsfertigkeiten. Als Besonderheit ist noch zu nennen, dass unsere Sporthalle über eine Toprope-Kletterwand verfügt, die vor allem in Form von AG- und besonderen Förderangeboten genutzt wird

Bewegung in den Pausen

Die Klassen 1-7 und 8-10 besuchen getrennte Pausenhöfe, damit den Bedürfnissen der jeweiligen Schülerinnen und Schüler auf ihrem individuellen Entwicklungsstand bestmöglich entgegengekommen werden kann. Der Pausenhof der Klassen 1-7 bietet verschiedene Kletter- und Spielgeräte, einen überdachten Bereich als Rückzugsort, die Spielekiste, die von Bundesfreiwilligendienstleistenden betreut wird und in der Schülerinnen und Schüler zahlreiche Spielgeräte ausleihen können, sowie eine Nestschaukel und eine lange Rutsche. Zudem gibt es einige Sitzgelegenheiten und das Angebot einer Ruhe- und Spielpause in einem Klassenraum. Abschließend können die Schülerinnen und Schüler an einer Sportpause in der Sporthalle teilnehmen. Dieses umfassende Angebot bietet den Kindern optimale Bewegungschancen.

Der Pausenhof der Klassen 8-10 wiederum bietet Sitzgelegenheiten an verschiedenen Stellen, ein Fußballkleinfeld, eine Tischtennisplatte und das Oberstufencafé als Rückzugsort zum Reden, Chillen, Musikhören und um sich eine Kleinigkeit zum Essen zu kaufen. Damit begegnen wir den veränderten Bewegungsbedürfnissen der älteren Schülerinnen und Schüler in angemessener Weise.

Schulübergreifende und außerunterrichtliche Bewegungsangebote

Jedes Schuljahr werden die Bundesjugendspiele und Projekttage mit dem Schwerpunkt Sport für die gesamte Schule durchgeführt. Zu den Projekttagen zählen ein Wandertag mit anschließendem Grillen und ein Angebot aus dem Bereich des Abenteuersports, z.B. in Form einer kooperativen Waldolympiade. Ferner gibt es ein vom Förderverein bezahltes Voltigierangebot für die Klassen 1-5, welches rotierend wahrgenommen wird. Darüber hinaus finden im Rahmen des Landessportfests schulübergreifende Turniere im Fußball und Schwimmen statt, welche durch sporadische Freundschaftsturniere mit umliegenden Schulen ergänzt werden.

Schließlich bietet auch die OGS verschiedene Sport- und Bewegungsmöglichkeiten im Rahmen ihrer Betreuungszeit an, dazu zählen Inlineskating, Fußball, Schwimmen, Spieleausleihe etc.

Reiten und Voltigieren

Seit über 20 Jahren wird das Reiten und Voltigieren als Fördermöglichkeit für unsere Schülerinnen und Schüler im Rahmen einer Reit-AG (freiwillige Schülersportgemeinschaft) angeboten. Einmal wöchentlich fahren zwei Gruppen (bis zu vier Schülerinnen und Schüler) und eine Lehrkraft mit der Zusatzqualifikation Trainer C Reiten (Schulsport) mit dem schuleigenen Bus nach Happach in den Reitstall des Voltigier- und Reitsportvereins VRGS*2010. Dort werden sie von einer erfahrenen Voltigierausbilderin angeleitet. Die Reitanlage verfügt über eine nahegelegene Reithalle, einen Außenplatz und ein Ausreitgelände. In der Regel setzen sich die beiden Reitgruppen aus Schülerinnen und Schülern der Unter- und Mittelstufe zusammen. Um möglichst vielen Kindern das Reiten zu ermöglichen, wechseln die Gruppen turnusmäßig. Die Reit-AG umfasst zwei Unterrichtsstunden. In dieser Zeit werden zunehmend mehr Aufgaben durch die Schülerinnen und Schüler übernommen. Dazu gehören bspw. Ausmisten, Putzen und Zäumen. Dabei lernen die Schülerinnen und Schüler angemessen Kontakt zu den Tieren aufzunehmen. Das Voltigieren selbst steht im Mittelpunkt der Doppelstunde: Vom Aufwärmen, über Trockenübungen hin zu Übungen auf dem Pferd. Dabei wird der pädagogisch/psychologische Bereich der „Reittherapie“ in den Vordergrund gestellt. Insofern sprechen wir vom heilpädagogischen Voltigieren und Reiten in Abgrenzung zur Hippotherapie (medizinischer Bereich) und zum Reiten und Fahren als Sport für Behinderte (sportlich/rehabilitativer Bereich).

„Es handelt sich bei der Heilpädagogischen Förderung mit dem Pferd um pädagogische, psychologische, psychotherapeutische, rehabilitative und soziointegrative Angebote mit Hilfe des Pferdes bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen mit verschiedenen Behinderungen oder Störungen. […] Dabei steht nicht die reit- oder voltigiersportliche Ausbildung, sondern die individuelle und ressourcenorientierte Förderung über das Medium Pferd im Vordergrund. Eine günstige Beeinflussung der Persönlichkeitsentwicklung gehört insbesondere in den Bereichen Motorik, Wahrnehmung, Lernen, Befindlichkeit und Verhalten zu den Zielsetzungen.“ (Deutsches Kuratorium für Therapeutisches Reiten e.V.).

Es bietet sich eine ganzheitliche Fördermöglichkeit in den Entwicklungsbereichen Motorik, Wahrnehmung, Sozialverhalten/Emotionalität, Kommunikation/Sprache und Kognition. das Pferd übernimmt -im eigentlichen, wie im übertragenen Sinne- eine tragende Rolle als Medium im therapeutischen Prozess. Es spricht die Kinder ganzheitlich und über alle Sinne an. Das Pferd bewertet nicht, handelt konsequent und ist interessiert am Menschen. Gleichzeitig fordert es von den Schülerinnen und Schülern ein Verhalten ein, das den Umgang mit ihm erlaubt: Das Pferd ist von Natur aus ein Fluchttier und reagiert auf hektische, schnelle Bewegungen und laute Geräusche hoch sensibel. Der Umgang mit dem Pferd fordert also von der Schülerin und vom Schüler ein hohes Maß an Anpassungsfähigkeit und kontrolliertem, ruhigen Verhalten. Diesen Anforderungen wird meistens gerne entsprochen, da vom Pferd eine hohe Motivation ausgeht.

Exemplarische Fördermöglichkeiten in den einzelnen Entwicklungsbereichen

Diese Motivation machen wir uns zu Nutze, um die Kinder in unterschiedlichen Bereichen zu fördern:

  • Entwicklungsbereich Motorik:
    • Beherrschung von Gleichgewicht und Koordination, sowie Verbesserung der spezifischen Beweglichkeit und Geschicklichkeit und Steigerung der konditionellen Fähigkeiten beim Voltigieren
    • Verbesserung des Körperschemas/-gefühls beim Ausreiten
  • Entwicklungsbereich Wahrnehmung:
    • Wahrnehmung der Befindlichkeit des Pferdes (Fremdwahrnehmung) und adäquates Reagieren
  • Entwicklungsbereich Sozialverhalten/Emotionalität:
    • Rücksichtnahme auf die eigene Person, auf andere und auf die Bedürfnisse des Pferdes/Abbau aggressiver Verhaltensweisen
    • Einhaltung von Regeln
    • Abbau von Ängsten und Aufbau von Selbstvertrauen
    • Stärkung des Selbstwertgefühls und des Vertrauens in die eigene Leistungsfähigkeit
    • Entwicklung von Anstrengungs- und Arbeitsbereitschaft
  • Entwicklungsbereich Kognition:
    • Steigerung der Konzentrations- und Reaktionsfähigkeit
    • Förderung der Selbsteinschätzung
    • Entwicklung der eigenen Handlungsplanung

Ausblick

Das Kollegium und die weiteren Akteure der Roseggerschule entwickeln dieses Konzept stetig weiter und passen es an die aktuellen sportpädagogischen Entwicklungen an. Dazu nimmt der Sportfachkonferenzvorsitzende an den mindestens jährlich stattfindenden FaKoVo-Tagungen teil und die Kolleginnen und Kollegen bilden sich anlassbezogen sportspezifisch fort. Zudem hat die Roseggerschule einen Kooperationsvertrag mit der AOK-Gesundheitskasse geschlossen, der eine finanzielle Förderung von Sport- und Bewegungsprojekten beinhaltet



Stand: 27.11.2019. Beschlussfassung Schulkonferenz: offen

Einordnung ist das Qualitätstableau NRW:

3.5. Gesundheit und Bewegung